Grüne fordern Stopp der Zugstreichungen zwischen Augsburg und München

Grüne fordern Stopp der Zugstreichungen zwischen Augsburg und München

Landtagsabgeordnete pochen auf Erhalt der Regionalverbindungen und unterstützen Veto des Freistaats.

Die geplante Ausdünnung des Regionalverkehrs zwischen Augsburg und München muss vom Tisch. Das fordern die schwäbischen Grünen-Landtagsabgeordneten Max Deisenhofer, Stephanie Schuhknecht, Eva Lettenbauer und Cemal Bozoğlu in einem Schreiben an DB InfraGO und Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter.

Nach den derzeit bekannten Planungen könnten ab 2028 täglich zwölf Regionalzugverbindungen zwischen Augsburg und München entfallen. In den Hauptverkehrszeiten könnte die Zahl der Regionalzüge von derzeit drei bis vier auf maximal zwei Züge pro Stunde und Richtung sinken. Gleichzeitig sind 19 zusätzliche Fernverkehrsfahrten vorgesehen, die dann bevorzugt Kapazitäten auf der Strecke beanspruchen würden.

Die Abgeordneten erklären zu den geplanten Zugstreichungen: „Die Strecke zwischen Augsburg und München ist eine Lebensader für unsere Region. Zahlreiche Pendlerinnen und Pendler sind jeden Tag darauf angewiesen, zuverlässig zur Arbeit, zur Ausbildung oder zur Hochschule zu kommen. Ausgerechnet zu den Stoßzeiten das Angebot auszudünnen, wäre völlig widersinnig. Der Regionalverkehr darf nicht zum Verlierer knapper Schienenkapazitäten werden.“

Besonders unverständlich sind die Pläne angesichts der erwarteten Entwicklung der Fahrgastzahlen: Eine im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellte Prognose zählt die Achse Augsburg–München zu den bundesweit sieben Bahnknoten und Linien mit den größten erwarteten Fahrgastzuwächsen im Nahverkehr. Die Grünen-Abgeordneten begrüßen deshalb das Veto des Freistaats gegen die geplanten Streichungen und bieten Verkehrsminister Christian Bernreiter ein gemeinsames Vorgehen gegenüber DB InfraGO und dem Bundesverkehrsministerium an.

Max Deisenhofer erklärt: „Wir stehen in dieser Frage voll hinter Christian Bernreiter: Diese Pläne dürfen unter keinen Umständen Realität werden. Dafür muss die CSU als Teil der Bundesregierung jetzt in Berlin kämpfen. Die Rechnung ist einfach: Wer mehr Fahrgäste will, braucht mehr Kapazitäten – nicht weniger Züge. Und es kann niemandem zugemutet werden, am Ende noch draufzuzahlen, nur weil das Deutschlandticket im Fernverkehr nicht gilt.“

Von DB InfraGO fordern die Abgeordneten die vollständige Rücknahme der Streichpläne sowie gemeinsam mit Freistaat und Arverio einen Ausbaupfad für die Strecke. Bis zum 30. September soll DB InfraGO darlegen, wie negative Folgen für Pendlerinnen und Pendler und die Region verhindert werden sollen.