Erfolg für die schwäbischen Landtagsgrünen: Bahn kippt Streichpläne

Gute Nachricht für alle, die aus dem Landkreis Günzburg oder Augsburg mit dem Zug nach München fahren: Die geplanten Zugstreichungen zwischen Augsburg und München sind weitgehend vom Tisch.

Der für die beiden Landkreise zuständige Grünen-Landtagsabgeordnete Max Deisenhofer hatte sich gemeinsam mit seinen Abgeordnetenkollegen aus den betroffenen Regionen seit Wochen gegen die Pläne gestemmt. Gestützt wurde das Engagement für den regionalen Zugverkehr durch eine Petition, die über 3500 Unterzeichner fand.

Ab 2028 sollten täglich zwölf Regionalzüge wegfallen. Zu den Stoßzeiten wären statt drei bis vier nur noch zwei Züge pro Stunde gefahren. Den Platz auf den Gleisen sollten 19 zusätzliche Fernzüge bekommen. Dort gilt das Deutschlandticket nicht. Für viele Menschen im Landkreis wäre das ein echtes Problem gewesen. Sie fahren jeden Tag über Augsburg nach München: zur Arbeit, zur Ausbildung, zur Uni. Weniger Züge hätten vollere Abteile bedeutet. Mehr Stehen, mehr Warten, längere Wege. Und für manche wäre das Auto wieder die einzige Wahl gewesen.

Ich freue mich für alle Pendlerinnen und Pendler in unserer Region. Wer hier morgens in den Zug steigt, in Burgau beispielweise oder in Dinkelscherben, muss sich darauf verlassen können, dass er auch in Zukunft weiter Richtung München kommt. Dafür haben wir gekämpft, und es hat sich gelohnt, betont Deisenhofer.

Deisenhofer hatte sich zusammen mit Eva Lettenbauer, Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoğlu schriftlich an den Vorstand der DB InfraGO und an Verkehrsminister Christian Bernreiter gewandt. Er stellte sich hinter das Veto des Freistaats und bot dem Minister ein gemeinsames Vorgehen an. Als die erste Antwort der Bahn vage blieb, hakte er nach und setzte DB InfraGO eine Frist bis zum 30. September. Auch Landräte, Kreistage, der Augsburger Oberbürgermeister und Tausende Menschen mit ihrer Unterschrift unter einer Petition haben Druck gemacht.

Für Deisenhofer ist die Arbeit damit aber nicht erledigt:

Die Strecke ist schon heute zu voll, und es werden in den nächsten Jahren deutlich mehr Fahrgäste. Wir brauchen mehr Gleise und mehr Züge, nicht weniger. Ich bleibe dran, bis die Strecke wirklich ausgebaut wird.

Deisenhofer fordert von DB InfraGO eine verbindliche Zusage, dass das heutige Angebot auch nach 2028 gesichert ist. Außerdem müssen Bund, Bahn, Freistaat und Arverio jetzt einen gemeinsamen Ausbauplan für die Strecke vorlegen, vor allem für den Engpass zwischen München und Olching.