Bannwald schützen: Grüne stellen sich klar gegen Ton- und Sandabbau im Holzhauser Tal

Gablingen (19.02.2026) Mitten im Naturpark „Westliche Wälder“ soll im Holzhauser Tal ein über drei Hektar großer Bannwald für den Aushub von Ton und Sand gerodet werden – zumindest, wenn es nach einem Großgrundbesitzer und einem Abbauunternehmen geht. Für die Grünen im Landkreis Augsburg ist klar: Diese Pläne sind ein Angriff auf Natur-, Klima- und Hochwasserschutz in der Region.

Wie aus der Antwort des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus auf eine Schriftliche Anfrage des Landtagsabgeordneten Max Deisenhofers hervorgeht, wird bei der Prüfung des Vorhabens der Erhalt des Bannwaldes den „Belangen der öffentlichen Daseinsvorsorge durch die regionale Rohstoffversorgung“ gegenübergestellt. Zudem verweist die Staatsregierung auf knapper werdende Vorranggebiete für den Rohstoffabbau.

Der geplante Eingriff betrifft rund 3,5 Hektar Wald im unmittelbaren Umfeld des Naherholungsgebiets Peterhof. Die Staatsregierung verweist in ihrer Antwort auf eine mögliche Ersatzaufforstung und eine qualitative Aufwertung des Waldkomplexes. Für den Landratskandidaten Felix Senner greift diese Argumentation zu kurz: „Ein neu gepflanzter Wald ersetzt keinen gewachsenen Bannwald. Bäume entfalten ihre volle Klimaschutz- und CO₂-Speicherfunktion erst nach Jahrzehnten. Gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse brauchen wir intakte Wälder als natürliche Wasserspeicher und Hitzepuffer – und zwar jetzt und nicht in 40 Jahren.“

Senner fordert vom Landratsamt deshalb eine klare Entscheidung zugunsten des Waldes: „Das Landratsamt muss den besonderen Schutzstatus des Bannwaldes ernst nehmen. Eine Genehmigung wäre ein fatales Signal für den gesamten Naturpark Westliche Wälder. Wer unsere Heimat schützen will, darf hier keinen Präzedenzfall schaffen.“

Das Landratsamt muss den besonderen Schutzstatus des Bannwaldes ernst nehmen. Eine Genehmigung wäre ein fatales Signal für den gesamten Naturpark Westliche Wälder. Wer unsere Heimat schützen will, darf hier keinen Präzedenzfall schaffen.

Auch der Kreisverband der Grünen unterstützt den Widerstand vor Ort ausdrücklich. Sprecherin Juliane Vinzelberg betont: „Der Naturpark Westliche Wälder ist ein zusammenhängendes Schutzgebiet und ein zentraler Erholungsraum für unsere Region. Wenn wir anfangen, einzelne Teile für wirtschaftliche Projekte herauszulösen, droht eine Salamitaktik zulasten unserer Natur. Die Bürgerinnen und Bürger im Holzhauser Tal haben über 1000 Unterschriften gesammelt – dieses Engagement verdient politische Rückendeckung und kein Wegducken.“

Für den Abgeordneten Max Deisenhofer ist die Betrachtung der Staatsregierung nicht hinnehmbar: „Wir können keinen Bannwald für eine Tongrube opfern. Wenn die Staatsregierung ernsthaft den Eindruck erweckt, der Abbau von Ton für private Geschäftsinteressen sei Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, dann stellt sie wirtschaftliche Interessen über Klima-, Natur- und Gesundheitsschutz. Das widerspricht klar der Rechtsprechung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, der 2023 betont hat: Der Erhalt von Bannwald hat Vorrang vor privatwirtschaftlichen Interessen. Genau das erwarte ich auch hier.“