E-Auto schlägt Verbrenner – Grüne fordern Millionen für Ladesäulen

„Der Schlüssel liegt in der Elektrifizierung” – so bringt es der Grünen-Politiker Max Deisenhofer auf den Punkt. Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern deshalb 11,5 Millionen Euro für den Ausbau von Elektro-Ladesäulen. In den vergangenen sechs Jahren hat sich der Bestand an Elektrofahrzeugen in Bayern verzehnfacht, auch Plugin-Hybride legten deutlich zu. Gemessen am Gesamtbestand aller bayerischen Fahrzeuge bleibt der Anteil der E-Autos mit knapp 4 Prozent jedoch noch gering.

Die Infrastruktur wächst bereits – allerdings kaum dank des Freistaats. In Schwaben stieg die Zahl der Ladesäulen von 2021 bis 2025 von 838 auf 5.220. Laut Deisenhofer wurde dabei nur rund ein Zehntel des Ausbaus vom Freistaat gefördert – der Großteil geschah unabhängig von der Landesförderung. Der Landkreis Unterallgäu ist dabei bayernweiter Spitzenreiter mit 629 Ladepunkten. E-Mobilität in Schwaben sei längst keine Großstadt-Erscheinung mehr, sondern eine flächendeckende Erfolgsgeschichte, stellt Deisenhofer fest.

Statt Geld in kaum genutzte Wasserstofftankstellen zu stecken, wie es der Freistaat beabsichtigt, solle dieser gezielt in die Elektromobilität investieren, fordert Deisenhofer. „Die Union gibt noch immer vor, Öl und Gas wären unsere Zukunft, oder träumt von Atomfusion und Wasserstoff”, kritisiert er. Die Kostenfrage spreche dabei klar für das Elektroauto: „Wer ein Elektroauto hat, fährt selbst ohne eigene Lademöglichkeit auch bei normalen Spritkosten deutlich günstiger als mit einem Verbrenner.” Das gelte trotz zuletzt gestiegener Stromkosten an öffentlichen Ladesäulen.

Deisenhofer kritisiert zudem die Energiepolitik der Staatsregierung scharf. EEG-Novelle, Netzpaket und GEG-Reform gefährdeten Solaranlagen und blockierten die Energiewende. „Wenn es Markus Söder ernst meint mit Entlastungen an der Tankstelle, muss er sich gleichzeitig gegen den Frontalangriff der Bundesregierung auf die Energiewende stemmen”, so der Grünen-Politiker. „Wir nutzen unsere Heimatenergien aus Wind und Sonne – die Wertschöpfung bleibt somit in der Region.”

Antwort auf Landtagsanfrage zur E-Mobilität